
- stilvolles Auftreten - Karl-Heinz Laube/pixelio.de
Kommunikation ist ein Wechselspiel zwischen zwei oder mehreren Personen. Kommuniziert wird ständig, sei es über die Kleidung, über Körpersprache, durch Statussymbole. Stilvolles Auftreten beginnt mit der korrekten Begrüßung. Wird diese als angenehm empfunden, ist ein günstiges Gesprächsklima geschaffen. Wer anderen Menschen, unabhängig von ihrer Hierarchie, Wertschätzung entgegenbringt, wirkt sympathisch und kompetent. Bei allem was danach an Kommunikation folgt, gilt: authentisch bleiben! Wer authentisch bleibt, wirkt nicht nur freundlich, sondern auch glaubwürdig und baut sich ein positives Image auf.
Die richtige Wortwahl
Bei gesellschaftlichen Anlässen sollte genau überlegt werden, was gesagt wird. Mit der richtigen Wortwahl werden Fettnäpfchen vermieden. Mit Gespür und Feingefühl kann der Redestil aufgewertet werden. Dazu gehört allerdings etwas Übung und Erfahrung. Vermieden werden sollten Unwörter: Besser nach der Toilette fragen als nach dem Klo. Besser fragen: "Wie bitte?“ anstatt "Was?“. Ebenso sollte auf Modewörter wie "toll“, "cool“, "super“ verzichtet werden. Auch veraltete Wörter und Wendungen sollten nicht verwendet werden. Generell sollten sprachliche Tabus bei gesellschaftenlichen Anlässen gemieden werden. Dazu gehören: derbe Ausdrücke, schlechtes Deutsch und falsch verwendete Fremdwörter. Höfliche Umgangsformen zeigen sich in entsprechend gestalteten Formulierungen und erzeugen ein willkommenes Feedback.
Floskeln und Wörter mit negativem Beiklang vermeiden
Nicht gebraucht werden sollten Wörter und Begriffe, die einen negativen Beiklang haben, etwa der Begriff 'Deportation', dessen lateinische Wurzel eigentlich nur 'Wegbringen' ausdrückt. Der Begriff wird stark mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Lässt sich ein solcher oder ähnlicher Begriff nicht umgehen, sollte ausdrücklich gesagt werden, was mit ihm nicht gemeint ist.
Das Gegenüber hat ein feines Gespür dafür, ob sein Gesprächspartner wirklich etwas zu sagen hat oder ob ihm gerade nichts einfällt. Es ist nicht weiter schlimm, wenn das mal der Fall ist. In solchen Fällen wird gern zu Floskeln gegriffen. Die geläufigste ist "Wie geht's?“ Unter engen Freunden mag diese Frage ernsthaftes Interesse bekunden. In allen anderen Fällen sollte schlicht und einfach mit "Danke, gut!“, geantwortet werden. Ganz kommt man um Floskeln allerdings nicht herum. Sollte der Gesprächspartner unbeabsichtigt persönlich getroffen worden sein – sei es durch eine Floskel oder sonst eine ungeschickte Äußerung –, sollte auf jeden Fall um Entschuldigung gebeten werden. Mit einer förmlichen Entschuldigung wird angezeigt, dass Verantwortung für unbeabsichtiges Handeln übernommen worden ist.
Grüßen und Begrüßen
Beim Grüßen geht die Initiative von der 'rangniedrigeren' Person aus. Jüngere grüßen Ältere zuerst, Männer grüßen Frauen zuerst, der Auszubildende grüßt zuerst die Chefin, wenn er sie auf dem Flur kommen sieht. Einzelne grüßen die Gruppe. Daneben gibt es individuelle Arten des Grüßens, auch am Arbeitsplatz. Im Alltag grüßt in der Regel der zuerst, der den anderen als Erster gesehen hat.
Zur Begrüßung werden die Hände geschüttelt. Unter guten Freunden ist auch die Umarmung mit Wangenkuss üblich. Die Initiative geht hier immer vom 'Ranghöheren' aus, der 'Rangniedrigere' wartet ab. Im Umgang mit Fremden und Geschäftskollegen sind spontane Umarmungen eher selten. Beim Händeschüttlen sollte auf die gesellschaftliche Distanz von etwa einem halben bis einem Meter Abstand geachtet werden.
Im Berufsleben steht man heute zur Begrüßung meist auf. Der Händedruck sollte weder zu schwach noch zu kräftig sein und nur wenige Sekunden gehalten werden. Paare begrüßen sich, indem sich zuerst die Damen die Hand reichen, sie dann den Männern reichen und zum Schluss sich die Herren unter sich begrüßen. Die strenge Begrüßungsreihenfolge wird heute nur noch bei überschaubaren Gruppen von bis zu etwa zehn Personen eingehalten. Bei größeren Gruppen erfolgt die Begrüßung der Reihe nach.
Vorstellen und bekannt machen
Zwischen bekannt gemacht und vorgestellt werden besteht ein Unterschied. Fremde, die etwa auf gleicher gesellschaftlicher Ebene stehen, werden bekannt gemacht. Bei einer Vorstellung liegt sozusagen eine Hierarchie vor. Streng genommen wird der 'Rangniedrigere' dem 'Ranghöheren' vorgestellt. Deshalb wird beim Vorstellen der Name des 'Rangniedrigeren' zuerst genannt. So erfährt der 'Ranghöhere' als Erster, mit wem er es zu tun hat.
Beim Vorstellen und Bekanntmachen gehören akademische Grade, Adelsprädikate, Ehrentitel und Ämter dazu. Adelige werden nie als Herr oder Frau, sondern nur unter Verwendung des Adelsprädikats angesprochen, etwa Graf Schönborn und Baron von Münchhausen.
Begrüßungsfloskeln wie "Angenehm“ oder "Habe die Ehre“ als Erwiderung auf eine Bekanntmachung sind heute nicht mehr gebräuchlich. Stattdessen erwidert man: "Es freut mich, Sie kennen zu lernen“. Die Anrede mit "Fräulein" ist heute für alle Frauen über 18 mündlich und schriftlich passé.
Bei der Selbstvorstellung werden Vor- und Zunamen genannt. Titel und akademische Grade sollten von sich aus nicht genannt werden. Frauen können sich auch gerne mit "Frau ...“ und ihrem Nachnamen vorstellen. Für Männer ist dies weniger gebräuchlich. Nur den Vornamen zu nennen, gilt als Aufforderung zum Duzen.
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